Piezorohre der PT-Serie sind monolithische Aktoren, die radial und axial kontrahieren, wenn eine Spannung zwischen der inneren und äußeren Elektrode angelegt wird. Je nach Ausführung können sie z.B. zum Mikrodosieren von Flüssigkeiten (Medizintechnik) oder, bei vierfach segmentierten Außenelektroden, als XY-Scanner in Rastermikroskopen und zur Nanomanipulation eingesetzt werden.
Die PT-Piezorohre werden mit den engsten Toleranzen gefertigt
(0,05 mm) und können mit kleinsten Durchmessern von nur 0,8 mm hergestellt werden.
Alle Fertigungsprozesse bei PI sind auf maximale Flexibilität
ausgerichtet, weshalb auch Sonderbauformen zu einem
sehr attraktiven Preis angeboten werden können.
Folgende Modifikationen sind möglich:
Weil alle piezoelektrischen Materialien im Hause entwickelt werden, sind die Lieferzeiten auch für Sonderversionen kurz und die Qualität hervorragend.
PI bietet eine große Auswahl an Verstärkern und Controllern für Piezoaktoren an (s. Kapitel „Piezoelektronik“) und entwickelt auch kundenspezifische Piezoelektroniken.
max. L: 50 mm
max. AD: 80 mm
min. Wanddicke: 0,30 mm
Standard: innen und außen Ag. Dünnfilmelektroden, z.B. CuNi oder Gold als Außenelektroden möglich.
Einfach oder doppelt von innen nach außen umkontaktiert, Bänder um den Außendurchmesser oder axiale Segmentierung (vierfach segmentierte Außenelektroden).
Innenelektrode positiv
Die axiale Kontraktion und
radiale Auslenkung von Piezorohren kann wie folgt abgeschätzt
werden
(Gleichung 1)
mit:
d31 = Piezo-Modul (Auslenkung orthogonal zur Polarisationsrichtung)
L = Länge des Piezorohrs [m]
U = Betriebsspannung [V]
d = Wanddicke [m]
(Gleichung 2)
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mit:
= Änderung der Wanddicke [m]
d33 = Piezo-Modul (Feld und Auslenkung in Polarisationsrichtung) [m/V]
U = Betriebsspannung [V]
Typische Werte für d31 und d33 liegen bei -200 pm/V bzw. 500 pm/V.
Bei der radialen Kontraktion überlagern sich der Effekt der tangentialen Kontraktion und
die Zunahme der Wanddicke.
Sie kann mit folgender Gleichung
abgeschätzt werden:
(Gleichung 3)
mit:
r = Radius des Piezorohrs
d31 = Piezo-Modul (Auslenkung orthogonal zur Polarisationsrichtung) [m/V]
U = Betriebsspannung [V]
d = Wanddicke [m]
Sind die Außenelektroden eines Piezorohrs in vier 90° Segmente aufgeteilt, führt die differenzielle
Ansteuerung (±U) gegenüberliegender Elektroden durch Überlagerung radialer
und axialer Kontraktion zur Biegung eines der Enden.
Solche Rohre werden als XYScanner in Scanning-Probe
Mikroskopen wie z. B. Rasterkraftmikroskopen eingesetzt.
Der Scanbereich lässt sich wie folgt abschätzen:
(Gleichung 4)
mit:
= Scanbereich in X und Y
(bei symmetrischen Elektroden) [m]
d31 = Piezo-Modul (Auslenkung orthogonal zur Polarisationsrichtung) [m/V]
U = Betriebsspannung [V]
L = Länge [m]
ID = Innendurchmesser [m]
d = Wanddicke [m]
Piezorohre sind nicht für große Kräfte ausgelegt wie z. B. Ringaktoren (s. PICATM-Thru), aber durch die hohen Resonanzfrequenzen gut für den hochdynamischen Betrieb mit kleinen Lasten geeignet.
Anwendungsbeispiele sind Mikrodosierung, Nanoliterpumpen, Scanning-Mikroskopie,
Tintenstrahldrucker, Sonar- und Ultraschallgeber.
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